Notizen zu kulturellen Bespaßungen der Neuzeit von
Christian Heller a.k.a. plomlompom.
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Ich arbeite mich gerade durch die Konferenz-Videos der ROFLcon, einer Konferenz zu Internet-Memen, die im April am MIT stattfand. Ein paar Notizen.
Posthumane Kreativität — Fazit aus dem “You Can Get Paid For This?”-Panel, das mehrere ‘Schöpfer’ erfolgreicher Internet-Meme versammelt: ein Rezept zum Entstehen erfolgreicher Meme aus einem Zuviel an Zeit (und damit evtl. Resultat einer gesellschaftlich privilegierten Stellung: zwischendurch wird diskutiert, warum alle auf dem Panel vertreten Mem-Schöpfer junge weiße Männer seien) verbunden mit einem Mut zur Blödelei (auch hierin entgleitet die demographische Analyse der Panel-Zusammensetzung schließlich zu der Feststellung, es seien nur deshalb Männer vertreten, weil Männer halt stärker zum Zeitverschwenden mit albernen Dingen neigen würden als Frauen), dieser Mix eine Ursuppe bereitend, aus der etwas mit durchschlagendem Mem-Erfolg passieren kann. Der Erfolg eines Internet-Mems lässt sich nicht durch eine besondere künstlerische Anstrengung oder besonderes Talent absichern, man kann höchstens intelligent darauf (geschäftsmäßig) reagieren. Das Hinpersonalisieren eines besonderen Genius als Schöpfer des großen Kunstwerks wird damit obsolet.
Proto-Netzkulturen — stellt Jason Scott, BBS-Archäologe, in “Before the LOL” vor: Vorgänger und direkte Verwandte moderner Internet-Kultur-Phänomene unter den Eltern und Großeltern und Onkeln und Tanten des Internet und seiner Strukturen: informell-kreative Kommunikationskulturen von Telegraphie und Amateurfunk bis zu Bulletin Boards und Usenet, die Genese internetsprachlicher Codes bis zurück auf virale Ästhetiken bewusst falscher Orthographien in Printerzeugnissen des 19. Jahrhunderts und Jugendcliquen-Insiderphrasen unter Computerprogrammraubkopierergruppen, virale Witzbilder- und Macro-Kreativitäten durch Kopierer und Faxmaschinen unter den Händen gelangweilter Büroangestellter, die Bildweiterverarbeitungs-Explosionen durch die ersten Computer-Bildverarbeitungsprogramme für den frühen Heimcomputer. Und erst irgendwann dann kam auch das Web.
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