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Kunst macht frei: "Vier Minuten"

FaF-Sneak Preview: Vier Minuten
BRD 2006, Chris Kraus, 112 Minuten

Vier Minuten beginnt und endet mit noch ganz passablen halben Ausformulierungen künstlerischen Exzesses; zu Anfang auf der Ebene der Filmform selbst, mit seltsamen Ellipsen und Flash-Forward-Strukturen und Musikpomp-Zeitlupen in der Etablierung einer noch einigermaßen rätselhaften Handlung (ein Knast-Selbstmord? ein Klavier? Hu?).

Die bleibt nur leider nicht allzu lange rätselhaft, womit sich auch der stilistische Exzess rasch wegkonventionalisiert, die Koordinaten der Handlung sind soon festgelegt und bereits bis aufs Ende hin auf ermüdende Weise aus-extrapolierbar, eine triefende Hinter-Gittern-Frauenknast-Anordnung, eine 'schwierige' Beziehung zwischen der asozial-rebellischen (natürlich als Kind gleich auf mehrfache Weise missbrauchten) jungen Inhaftierten (Hannah Herzsprung) und der konservativ-strengen aber innerlich natürlich weichen (nur halt traumatisierten, was durch diese spezielle Beziehung aufzulösen ist) alten Gefängnis-Klavierlehrerin (Monica Bleibtreu) und vor allem natürlich elende Kunst-macht-frei-Romantik.

Da kann man sich dann nur noch an dem einen Mozzarella-Gag erfreuen und am immer wieder durchscheinenden Naziduktus der Klavierlehrerin, wenn sie so wunderschön von Pflicht der
Der Soundtrack von Vier Minuten.
Begabung und Auftrag und Sieg (des Klavierwettbewerbs) spricht, da muss man schon grinsen. Ansonsten hilft zum Überstehen der mittleren anderthalb Stunden des Films nur (in der Sneak) umfangreiches Aufbrauchen des erworbenen Alkohols ...

... bevor dann endlich die versprochenen "Vier Minuten" des Titels kommen, der andere künstlerische Exzess, diesmal jedoch ganz als Teil der Handlung vollzogen, eine kleine tosende Klavier-Vergewaltigung in geborgter Freiheit, die ganz nett anzusehen ist, aber leider kaum zu den anfänglichen Exzessen auf der filmischen Ebene selbst zurückfindet außer in vielleicht ein zwei Sekunden, in denen solides Flicker-Kino gemacht wird, aber die sind so rasch wieder um, dass man sie kaum wahrnimmt.

Thursday February 1, 2007

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Kommentare

  1. erich beck / 01. February 2007, 19:32 Uhr

    Super wie schön du diese anderthalbstündige Einöde in relativierende Worte kleidest. Das Ende ist übrigends wirklich nett anzusehen, aber in echt kriegt man dafür nie im Leben Standing-ovations.

  2. nichtidentisches / 27. February 2007, 17:03 Uhr

    Ich fand den Film brilliant, wollte ihn auch schon rezensieren, aber mir fehlt der Atem. Finde, es geht hauptsächlich um die Unmöglichkeit einer Bewältigung des Nationalsozialismus. Sehr genial die Reaktion der übrigens hinreißenden Anna Herzsprung: “Soll ich jetzt heulen oder was?” Jegliches Erzählen nähert sich dem Kitsch an, wird brüchig und erstirbt. Auch die Ausrede der Lehrerin “Ich interessiere mich nur für Musik”, stereotype Ausrede der Mitmachnazis in der inneren Emigration, wird durch und durch lächerlich gemacht.

    Auch die Kritik an Positivismus und Halbbildung für die der Auswendiglernende Wächter steht, ist adornesk in ihrer Tiefe. Aufklärung bringt eben nichts, wenn sie nicht Erfahrung einbezieht. Wobei die Lehrerin ja selbst in ihrer Abscheu vor Negermusik und Disziplinlosigkeit dem Adorno noch erstaunlich nahesieht.

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