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Filmolog

FaF-Sneak-Vorfilm (letzte Woche): Filmolog / Filmologue
BRD 2004, Kirsten Winter, sechseinhalb Minuten

Die Kurzfilmware, die das Filmtheater am Friedrichshain jedes Mal vor seiner montagabendlichen Sneak Preview als Vorfilm auswählt, wirkt nicht selten genauso formelhaft und banal wie große Teile des drögen Welt-Arthaus-&-US-Indiewood-Standards, der unerfreulich oft den Hauptfilmteil ausmacht. Einfühlsame tragikomische Milieu-Erzählungen mit unglücklichen introvertierten Außenseitern oder missverstandenen Kindern in den Hauptrollen, die sich wider die Außenwelt irgendeinen Traum erfüllen, überlebte Sozialrealismus-Romantik im einen und die eigene milde Cleverness zelebrierende Pointen-&-Kunst-nach-Zahlen-Filmhochschul-Arthäuslerei im anderen Extrem machen mindestens eine traurige Hälfte des Sneak-Vorfilmprogrammes aus, und was ins etwas Interessantere hinauf oder hinab reicht, bleibt so sehr immer noch in den Konventionen des narrativen europäischen Auteurskino verhaftet, dass das Prenzelwichserpublikum [1] sich davon in seiner Gemütlichkeit nicht behelligt zu fühlen braucht.

Vor diesem ästhetisch engen Hintergrund und den durch ihn beförderten Erwartungen erklärt sich, welche Begeisterung Kirsten Winters Filmolog in mir auslöste, als er nun zuletzt den Sneak-Vorfilm machte: ein kleines Stück Spaß-Experimentalkino, ein sechseinhalbminütiges Kuddelmuddel aus Typographie-, Flicker-, Essay- und Hypnose-Film, in der Vielfalt der durchexerzierten Ideen und Formspielereien sowohl von höchster Dichte als auch überaus kurzweilig; die dynamisch montierte und collagierte typographische Anrede eines angenommenen Zuschauers, der sich einen Erzählkurzfilm erwarte und stattdessen hier zu seiner anwachsenden Frustration nur Formübung, Stroboskop und Buchstaben geboten bekommt, für einen Flickerframe mal ein erotisches Bild und das war’s schon, dann noch metafilmindustrieeller Text, der in seiner steigenden Schnelligkeit immer unlesbarer vorbeizieht, letztendlich: Kopfschmerzen.

Unter den verwendeten Verfahren ganz Neues fürs Experimentalfilmgenre wird man hier nicht vorfinden, gehässig könnte man sogar sagen: wer schonmal mit bloßem Text in seinem Videoschnittprogramm rumexperimentiert hat, mag rasch auf Ähnliches gekommen sein, und im ‘ernsten’ (nicht minder ermüdenden) Video-Installationen-Kontext würde der Filmolog vielleicht auch keinen Innovations-Preis abstauben. Aber in dieser Vorführung, in diesem Saal, vor spezifischen Erwartungen, an die Filmolog seinen Gestus überraschend und subvertierend richten kann, blüht er ganz wundervoll auf als Plädoyer für eine volle Breite der ästhetischen Möglichkeiten des Kinos, ein Plädoyer, das die konzeptuelle Beschränktheit des an diesem Ort üblichen Arthaus-Programms in deprimierender Weise hervorhebt und zugleich euphorisierend-appellativ niedertrampelt. Bitte mehr davon an diesem Platz, denn was ist denn noch das Potential des Kurzfilms, wenn er selbst auch nur noch die gleiche subventionierte und vorhersagbare Soße ist wie der ganze Rest. Bitte: Die richtigen Filme an den falschen Orten oder die falschen Filme an den richtigen Orten!

[1] No offense, ich finde den Begriff als Klischee-Kategorie sehr schön verwendbar.

Monday June 18, 2007

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