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Pirates of the Carribean II: Dead Man's Chest

Pirates of the Carribean II: Dead Man’s Chest / Fluch der Karibik II
USA 2006, Gore Verbinski, 150 Minuten.

Am sympathischsten, neben der Performance von Johnny Depp und dem Wahnwitz von Kannibalenschabernack und komplex konfigurierter Wasserradverfolgungsjagd, ist die Sorglosigkeit — für einen Blockbuster —, mit der die Handlung sinnlos, die Dramaturgie inkonsequent, die Moral und Integrität der Figuren beliebig gerät, um der augenblicklich gerade vergnüglichsten, glänzendsten Idee oder Anordnung Platz zu machen. “Pirates of the Carribean II” ist vollends Cadavre Exquis geworden, der “köstliche Leichnam” der Surrealisten: das stückchenweise isolierte Fortschreiben eines Textes Zeile für Zeile durch verschiedene Autoren, blind gegenüber allem, was nicht direkt an ihren eigenen Abschnitt angrenzt, den für sich allein so prachtvoll wie möglich zu gestalten es gilt. Vom drögen Ballast der Konsequenz befreit der Film sich dabei nicht nur durchs Ausschalten von Gedächtnis: Umgekehrt ist es ein Spaß, mit welcher Dreistigkeit er längst abgehakte Stränge aus dem ersten Film frankensteinisch verkehrt wiederbelebt, rückwirkend passend umdeutet und so tut, als seien sie nie beerdigt worden. Man nimmt halt immer, was grad einfällt und Spaß macht, warum auch nicht.

Nur nicht denken, / nur nicht lachen, / einfach immer weiter machen, / konsequentes Leben führen, / Konsequenzen ignorieren!

(Die Kassierer)

Wednesday August 9, 2006

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Kommentare

  1. Thomas / 10. August 2006, 17:10 Uhr

    Interessant, weil ich empfand’s ja genau anders herum: Ein Blockbuster, der eine sehr überschaubare, in sich aber kohärente Story präsentiert, von der sich immer wieder kleine, und auch hier: nachvollziehbare, Vignetten abspalten, die ein sehr ausgewogenes Verhältnis von Narrativ und Aktions-Exzess bedingen: Weder Story noch Attraktionsexzess werden in diesem Verhältnis zu Selbstläufern, sondern finden bei immer wieder zueinander zurück, während der Zuschauer über den Stand der Dinge – wo sind wir? warum sind wir hier? was geschieht hier? warum geschieht es? wohin soll es weitergehen? – immer recht gut informiert ist. Gerade das machte mir diesen Film eigentlich sehr sympathisch.

  2. Thomas / 10. August 2006, 17:11 Uhr

    “sondern finden bei immer wieder zueinander zurück”

    dieses “bei” bitte ignorieren :-)

  3. Christian / 11. August 2006, 01:32 Uhr

    Thomas: Hm, zugegeben, über das Wo und Was ist man immer informiert; aber das Warum und Wohin wirkt doch nie weiter als bis zur letzten oder nächsten Szene motiviert, ein kohärentes Ganzes nur skizzenhaft erkennbar. Das Ziel der Queste scheint alle paar Minuten zu wechseln und alles weiter weg Liegende aus dem Blickfeld verloren, mit einer opportunistischen Instabilität und Spontaneität, die Groucho Marx alle Ehre gemacht hätte. Größere Hauptmotivationen verschwimmen vor drängenderen Vordergründen aktuell stets ganz im Hintergrund oder erweisen sich als hinterm Rücken selbsterledigend, wie die Befreiung Keira Knightleys; neue zu meisternde Gefahrensituationen dagegen sind spontan selbstgeschaffen oder springen aus dem Nix hervor, wie die Kannibaleninsel oder der Beinahe-Ehemann aus Teil 1, ohne dessen holprige, eher witzhafte Wiedereinführung mitsamt Diebstahl von Cthulhus Herz das ganze Davy-Jones-Kraken-Gerangel nicht weiter eskaliert hätte. Und dazu die hollywoodmoralisch völlig haltlosen, insofern dramaturgisch unbefriedigenden Lösungen und Wendungen: Abwimmelung der Kannibalen durch Opferung eines Hündchens, Bereitwilligkeit von Johnny Depp, seine Haut durch Verkauf unschuldiger Seelen u.a. Blooms zu retten (in dieser deutlichen Ausformulierung schon etwas härter als was sonst seiner Figur zuzutrauen wäre), was auch nicht dadurch besser wird, dass die meisten dieser Eingekauften stattdessen gleich vom Kraken gefressen werden; oder dass Orlando Bloom sich von Seeleuten retten lässt, die als Opfer seiner Präsenz auf ihrem Schiff allesamt ins Gras bzw. das Kraken-Innere beißen, ohne dass es Bloom als einzigem Überlebenden große Gewissensbisse bereiten würde. Und natürlich prachtvoll die Inkonsequenz bei Miss Mojo am Ende: Hier, trink einen heißen Tee, verarbeitet den herben Verlust; oder nein, wartet, eigentlich müsst ihr das gar nicht, denn man könnte ja …

    Aber ich will das nicht als Mäkelei verstanden wissen, mir hat’s ja gerade in alledem gefallen ;-)

  4. Moosmütze / 13. August 2006, 12:14 Uhr

    Ich find toll, dass der Film ab zwölf Jahren freigegeben ist (es waren sogar durchaus jüngere Zuschauer anwesend), während man bei Harry Potter um diese Freigabe noch diskutieren musste. Aber vieleicht waren die völlig überladenen und nach mehrmaligem Erscheinen nur noch langweilig wirkenden Spezialeffekte (wie vor allem die “Flying Dutchman” und ihre Meeresfrüchte-crew) nicht als gruselig gemeint.
    Kam ja auch nicht so rüber.

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