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Berlinale 2007 #37: Crossing the Line

Berlinale 2007 #37: Crossing the Line
UK 2006, Daniel Gordon, 90 Minuten

Alas, ein zweiter Dear Pyongyang ist das nicht, dieser Dokumentarfilm über den amerikanischen Soldaten, der in den 60ern nach Nordkorea desertierte und seitdem dort recht zufrieden lebt; verglichen zu dem genannten Forums-Hammer der letzten Berlinale erscheinen die Nordkorea-Einsichten nicht mehr allzu spektakulär oder aufschlussreich, abgesehen vielleicht von, das ist immer ein aufregendes Thema, den Bildern aus nordkoreanischem Kino, die zwanzigteilige Film-Serie über den Koreakrieg, in der vier desertierte Amerikaner die imperialistischen Bösewichter spielten und so, nach prekärem Lebenslauf in der westlichen Welt, zu nationalen nordkoreanischen Filmstars heranwuchsen.

Ansonsten ist der Film bestes Rumms-&-Bumms-Infotainment-Kino in allerexploitativster Ästhetik & narrated by Christian Slater, vor allem in allerfeinstem HD, ich kann gar nicht davon ablassen, die Nasenhaare der Interviewten zu zählen, die Schärfe des Bildes auf der Leinwand ist überwältigend. Natürlich macht der Film alles an positiver Geschichts- und Ideologiekonstruktion, was The Halfmoon Files so gelungen dekonstruierte, aber er macht es solide unterhaltsam und fällt kaum als besonders übel (sondern mehr als nützliches Fallbeispiel) auf; im Gegenteil, geradezu besorgniserregend die relative Positionslosigkeit gegenüber dem Porträtierten, aufgelöst in unreflektiertes, ungefährliches die eine Seite sagt das, die andere das, NPOV-policy der Wikipedia for all the wrong reasons.

Eigentlich spannender als der Film selbst ist das Q&A danach mit den Filmemachern, die viel über ihre Arbeit in Nordkorea zu erzählen haben. Die große Bronze-Statue von Kim Jong-Il darf von links nach rechts oder rauszoomend, aber unter keinen Umständen von den Füßen nach oben fahrend gefilmt werden. In Anbetracht ihrer beiden früheren wohl recht gemütlichen Nordkorea-Filme habe das Regime sie einigermaßen machen lassen, keine significant interference, man habe ihnen vertraut, einfach “ehrlich” zu berichten (so kann man das natürlich auch nennen); es bestünde sogar, nur halb im Scherz gesagt, eine Chance, den Film in Nordkorea rauszubringen, er sei bei entsprechenden Stellen passabel angekommen, und, haha, heute sei schließlich der 65. Geburtstag des Great Leader Kim Jong-Il, die werden da gerade alle in den Straßen Pjöngjangs tanzen, da sollte man vielleicht mal eine Petition an ihn richten; und Christian Slater habe anstatt einer Bezahlung die Werke von Kim Jong-Il über die revolutionäre Aufgabe des Filmemachers und des Schauspielers erhalten …

Monday February 19, 2007

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