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Berlinale 2007 #14: Substitute

Berlinale 2007 #14: Substitute
Frankreich 2006, Fred Poulet & Vikash Dhorasoo, 72 Minuten.

Einem Ersatzbänkler der französischen Fußball-Nationalmannschaft zur WM ‘06 wird eine Super-8-Kamera in die Hand gedrückt, und er filmt sein (unter WM-Gesichtspunkten relativ ereignisloses, er ist die ganze Weltmeisterschaft nur sechzehn Minuten auf dem Spielfeld) Dasein und Umfeld, sehr nett:

... eine mediale Zeitreise; die Super8isierung der digitalen Gegenwart; die Rückverpflanzung eines Großereignisses, das man sonst nur kennt als mittels einem fürs restlose Einfangen noch der kleinsten Details des Sportspektakels technisch hochgepushten modernsten Aufzeichnungsapparats medial (und, vergessen wir nicht, von den Marketing-Departments als letzte große Chance zur Durchsetzung des HD-Fernsehers) in einer ganz anderen Ästhetik über-ausgebeutet; und natürlich, Medienwissenschaftlerbefriedigungsgenre-mäßig unvermeidlich, die allumfassende Remedialisierung von in die 8mm-Materialästhetik eingeschrumpften Fernseh-, Handy-, Computerbildschirminhalten, was ja immerhin diskursiv ganz cute ist …

... prima Arbeit im Bereich Entautomatisierung der Wahrnehmung (grundlegende Forderung wohl des Formalismus?); der Umweltwahrnehmung, einerseits, das zerwackelte Durchwandern von Korridoren und Gärten usw. usf., (für den Laien, dem die Kamera in die Hand gegeben) erste wackelig-vorsichtige Erforschung gewohnter Räume in einem neuen Medium und einer neuen Kognitions- und Navigations- und Seh-Form; des Kinos andererseits, wie das Material des Laien sich durch die Anordnung mit eigenem Material und Montage des Mannes, der ihm die Kamera gab, sich etwa zum ersten Mal, beim ersten Zusammentreffen (nachdem man sich zuvor mit 8mm-POVs wunderschön lange in einer Gartenlandschaft gesucht hatte), in Schuss und Gegenschuss auflöst (der Filmprofi-Autor, neben seinem Filmlaien-Kameramann stehend, meint voller Pathos, das ist der Moment, wo aus dem Material zum ersten Mal KINO entsteht) ...

... es bewahrt die filmische Durchquerung privilegierter Räume, in die man als normaler Gast nicht gelangt, die ausreservierten und von Security bewachten Etagen der Luxushotels, die Spielerkabinen, der Balkon der hochgestellten Persönlichkeiten mit Blick hinab aufs jubelnde Volk am Schluss, in Super8 Geheimnis und Kryptisierung und spannendes Tabu, die in der hochauflösend-kalten Nacktlegung der digitalen Kamera verloren gehen, die für sich, ganz Demokratie heuchelnd, die privilegierten Räume uns bis aufs letzte Staubkörnchen in der Ecke offengelegt behauptet, was sie jedoch natürlich nicht wirklich erreichbarer macht …

Saturday February 10, 2007

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