futur:plom
cine:tv:plom
kommentar:plom
reste:plom
Eines von mehreren
plomlompom-Projekten
Datenschutz-Erklärung
Impressum

cine:plom

Altes Kino: Filme. Neues Kino: Meme.
Über diese Seite

Notizen zu kulturellen Bespaßungen der Neuzeit von
Christian Heller a.k.a. plomlompom.

Orientierung

Neues Kino
Mem- & Internetkunst

Mission Statement

Altes Kino
Film & Fernsehen

Titel A-Z
Aktuelles TV-Programm

Abonnement

Letzte Kommentare

Die Meriten von "Family Guy", mit einem Exkurs zur Gestrigkeit der "Simpsons" (14)
     Gerrit Jessen, jörn Hendrik Ast, Christian, ...

Wieder Jeremy Irons und Drachen (5)
     tester, tester, rrho, ...

Vortrag: Das egoistische Mem. Die Kultur der Internet-Meme (10)
     Christian, Christian, Lena Waider, ...

Blogroll

Lizenz

Für alle von mir verfassten Texte auf dieser Seite gilt folgende Lizenz:

Creative Commons License

Partnerschaften

Werbung

   

Plätze in Städten

Seminar-Notiz: Plätze in Städten
BRD 1998, Angela Schanelec, 117 Minuten.

Schanelec schützt ihre Figuren vorm Blick des Zuschauers. So sehr mein Interesse auch durch Handlungen, durch verbale Äußerungen der Figuren oder gar die Kadrierung auf sie gelenkt wird, so wenig gestattet sie meinem suchenden Blick das wohl Wichtigste zur Identifikation, zum Festmachen eines Wesens: das Gesicht. Bereits in der ersten Einstellung verkündet sie nahezu aufdringlich ihr Programm: von Hauptdarstellerin Sophie Aigner gibt sie der Kamera nur den Hinterkopf; sie wird dieses Programm durch große Teile des Filmes fortführen, wenn auch nicht stets so penetrant, sie findet subtilere Wege, vor allem den Schatten, das Gegenlicht. Es braucht eine ganze Weile, bis Aigners Gesicht auf ihrer baldigen Radtour wenigstens im Seitenriss im Tageslicht erkennbar wird.

Der einzige Film, den es bisher von Angela Schanelec auf DVD gibt, ist “Marseille”. Dürfte ähnlich, äh, spezifisch sein..
An einer etwas späteren Stelle scheint Schanelec die Blick-Suche des Zuschauers geradezu vorwurfsvoll zu verhöhnen: Nach langer Düsternis mit kaum noch verortbaren körperlichen Elementen steht Aigner plötzlich aus ihrem Bett auf, macht Licht an und verharrt, zur Kamera gerichtet, lehnend an der Wand, nicht nur mit ihrem — ausdruckslosen — Gesicht, sondern ihrer ganzen körperlichen Präsenz im (für die Verhältnisse des Filmes) grellen Licht entblößt, nackt, als wolle Schanelec sagen: Hier hast du, was du willst, und mehr als genug davon; bist du jetzt zufrieden, schlauer geworden?

Ähnliche Verdunkelungsstrategien scheinen auch auf Räume angewandt zu werden: bestimmter “persönlicher” Wohnraum wird visuell unzugänglich gemacht, beschützt; und sogar Hierarchisierungen zwischen Hell-offengelegt und Dunkel-verborgen blitzen auf. Mir fällt hierbei jene Szene/Einstellung ein, in der Aigner im Hintergrund die Wohnung ihrer Mutter in einem hellen Eingangsbereich betritt, so dass sie für den Zuschauer sichtbar wird, während im Vordergrund aus einem völligen Schattenbereich allein die schwarze Silhouette der sie niederredenden Mutter erscheint; auch später gibt es solche Szenen, in denen die silhouettierte Mutter aus einem Schattenbereich der Wohnung heraus mit ihrer sichtbaren Tochter in einem aufgehellten Wohnbereich spricht.

Thursday November 9, 2006

Werbung

Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.