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Ein Dokument der Hilflosigkeit

Lions for Lambs / Von Wölfen und Lämmern
USA 2007, Robert Redford, 92 Minuten

Lions for Lambs ist die spielfilmische Diskussion einiger Punkte zum amerikanischen “War against Terror” und der Positionierung von liberal media und liberal intelligentsia zu diesem.

Figuren in kammerspielartigen Interview-Situationen, die Fragen der Politik und Moral miteinander verhandeln, des persönlichen und nationalen Einsatzes, des Richtig und Falsch. Szenarien: ein republikanischer Senator (Tom Cruise) propagiert einer so kritischen wie selbstzweifelnden Reporterin (Glenn Close Meryl Streep) eine neue Strategie für Afghanistan. Robert Redford bemüht sich als Politikwissenschaftsprofessor in seiner Sprechstunde, einen dem Nihilismus verfallenen Studenten mit politischem Potential auf den rechten Weg zurück zu führen. Zwei weitere Studenten Redfords stecken dagegen in Afghanistan in einer misslichen Lage, nachdem sie es mit dem persönlichen politischen Engagement etwas zu ernst genommen haben und der Armee beigetreten sind.

Auch wenn all diese Stränge rudimentäre Spannungsdramaturgie besitzen (am stärksten noch der letzte; das Afghanistan-Szenario ist einfach zu verführerisch, um nicht doch etwas mit Blut und Tränen draus zu machen; sogar ansatzweise CGI-Action gibt’s dabei zu sehen), ist der Film auf dieser Ebene doch ziemlich blutleer. Hier geht es nicht um Figurenentwicklung, Plotpunkte oder ähnlichen narrativen Schmarrn, sondern ums Auskosten einiger politischer Ideal-Diskussionen und -Argumente zur Befriedigung US-liberaldemokratischen Feuilletons; nur halt ausgefochten von prominenten Schauspielern statt von Pundits in politischen Talkrunden. “Ein reiner Thesenfilm”, wie Lukas schreibt.

Dass auf diese Weise überhaupt in Hollywood diskursives Kino gemacht wird, ist dabei bemerkenswerter als das inhaltliche Ergebnis: ein selbstmitleidiges und von Schuldgefühlen geplagtes Eingeständnis War-on-Terror-oppositioneller Befindlichkeit, dass man selbst auch nicht so recht weiß, wie man den ganzen Schlamassel denn richtig und unkorrumpiert angehen solle; der diffuse Aufruf, nicht dem Nihilismus zu verfallen, sondern trotzdem mit dem Mut, irgendwas zu tun, aufzustehen, auch wenn das in die Hose gehen mag; und die Erinnerung daran, dass es furchtbar ist, die Söhne und Töchter des Landes in diesem Krieg zu verlieren. Den letzten Punkt bringt Lions for Lambs noch am relativ eindringlichsten zur Geltung, über die Soldantenfriedhofsaufnahmen am Schluss und den künstlerisch gestalteten Abspann, in dem aus Silhouettenbildern des amerikanischen Lebens einzelne Figuren als Gefallene verblassen. Nimmt man das alles zusammen, verbleibt der Film aber nur als Zeugnis politischer Hiflosigkeit.

P.S.: Es hatte für mich tatsächlich einen Wert, diesen Film in der deutschen Synchronfassung zu sehen. So wurde ich nämlich Zeuge, wie umfassend und sorgfältig inzwischen dank der digitalen Technik englischsprachige Schriftzüge eingedeutscht werden können. Lions for Lambs ist hier wirklich ein Prachtexemplar. Nicht nur Einblendungen werden eingedeutscht, sondern eigentlich alles, was in der Filmwelt an Schriftzügen halbwegs Relevanz für die Kamera besitzt. Und das ist hier eine ganze Menge: Zeitungsartikel, Polylux-Präsentationen von Studenten usw. Und zwar unter widrigsten Umständen, mit Zooms und hektischer Wackelkamera mitgehend, oder im wechselhaften Hintergrund vor Darstellern, als stünden diese vor einem Bluescreen. Nur am allerleichtesten Flimmern (und natürlich der Unmöglichkeit des Aufwandes, den es an vielen Stellen bedeutet hätte, Szenen mit heftiger Interaktion teurer Hauptdarsteller für fremde Märkte mit neuen Schriftzügen nachzudrehen) merkt man an bestimmten Stellen, dass hier tatsächlich digital nachgearbeitet wurde. Ich bin kein so großer Advokat der Eindeutschung von Filmen, aber vor dieser technischen Eleganz muss ich einfach mal den Hut ziehen, da hat der Verleih bzw. der Dienstleister, an den er diese Aufgabe outgesourced hat, ganze Arbeit geleistet.

Tuesday November 13, 2007

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