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Berlinale 2007 #5, vorab: A.K.A. Nikki S. Lee

Berlinale 2007 #5, vorab: A.K.A. Nikki S. Lee
USA 2006, Nikki S. Lee, 60 Minuten

Der Programmangabe nach möchte die Künstlerin Nikki S. Lee mit dem Film ein wenig experimentelle Identitätsverwirrung über sich stiften, oder so ähnlich. Ahja. Schön schön. Erscheint mir allerdings alles ziemlich banal. (Im Fahrstuhl werden dann noch welche meinen, Sophie Calle und Cindy Sherman, die können das viel besser!) Und natürlich auch doof, wenn man sich gar nicht für die Identität von Nikki S. Lee interessiert, und davon abgesehen keine nennenswerte Verwirrung erfährt, weil das, was der Film an Person konstruiert, ziemlich homogen wirkt und sie nur eben hier und da mal für ein paar Fotos etwas schick verkleidet posiert. Spiele mit Identitäten sind im Zeitalter multipler und ineinander hochkomplex additiv bis widersprüchlich verstrickter Online-Persönlichkeiten eigentlich sowieso nichts mehr, womit man jemanden hinterm Ofen vorlocken kann.

Davon abgesehen ist der Film allerdings, und gewiss überaus unfreiwilligerweise, eine hochaufregende und verstörende anthropologische Studie über die Kreise, in denen Nikki S. Lee sich bewegt und von denen sie offenbar auch ökonomisch abhängig ist: die höhergestellte Galeristenszene, das Kunstsammler-Jet-set, die Vernissage-Mafia; das ist alles ziemlich gruselig, wo sie da abhängt und sich zur Bewerbung ihrer Werke prostituieren darf, Familien, die bereits ihre Neugeborenen mit spezieller Ohrenbehängekunst piercen lassen und sich sowohl Kunstwerke als auch die Künstler wie putzige kleine Haustiere und Pausenclowns zu halten scheinen. Hier schäumt dann doch eine überaus ausdrucksstarke dokumentierende Qualität des Werkes auf, die vielleicht erst im distanzierenden Anschaukontext einer Kinovorführung aufleuchtet und nicht in der Endlosschleifenwiedergabe-Anordnung im Filmguckraumkasten auf einer Kunstmesse (wie jener in der Schluss-Sequenz), die man mittendrin mal betritt und in Anbetracht mangelnden Verweilwillens nach fünf Minuten wieder verlässt, ein typischer Aufführungskontext, worin A.K.A. Nikki S. Lee gewiss zwangsläufig irgendwann enden wird.

Monday January 22, 2007

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